Fischerei Frosch – Der Fischer der grossen Köche

Dr Frosch alias Hanspeter Gubser ist der einzige Berufsfischer auf dem Walensee. Die herausragende Qualität der Fische hat ihm auch illustre Kunden aus der Spitzengastronomie eingebracht.

Eine Ausfahrt.

Es ist kurz nach fünf Uhr morgens. Wie vereinbart stehen wir am Treffpunkt direkt am See in Walenstadt. Heute dürfen wir den Tagesablauf eines Berufsfischers kennenlernen.

Es ist kein Bilderbuchmorgen. Wolkenverhangen und nicht wirklich einladend begrüsst uns der Tag. Trotzdem sind wir voller Vorfreude und Spannung auf dieses Abenteuer. Peter Gubsers «Frosch-Mobil» braust heran. Eine kurze Begrüssung des Fischers und das Boot wird von ihm geholt. Seit zwölf Jahren fischt «dr Frosch», wie man ihn seit seiner Jugend nennt, beruflich am Walensee.

Und eigentlich hat alles zufällig begonnen. Er kommt nicht aus einer Fischerfamilie und machte sein Hobby zum Beruf. Er tauschte sein Büro gegen ein Boot und gründete seine eigene Berufsfischerei. Heute kann er sich nichts anderes mehr vorstellen. Er liebt die Stunden auf dem See. Bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit – im Winter sogar mehr als im Sommer. Seine Leidenschaft motiviert ihn und reisst uns mit.

Seltenes Handwerk trifft auf moderne Medien und diese tragen den Namen von Hanspeter Gubser weiter über die Landesgrenzen hinaus. Von uns ein Dank für diese unvergesslichen Eindrücke und Petri Heil nach Walenstadt.

Langsam geht die Sonne auf und reflektiert in den sanften Wellen. Nur da und dort schreien Möwen übers Wasser. Die steilen Hänge der Churfirsten lassen sich von einzelnen zögerlichen Sonnenstrahlen erleuchten. Das ist wohl der Moment, der verzaubert. Dieses archaische Gefühl macht uns stolz, dabei sein zu dürfen. Auch Gubser bestätigt uns, dass diese Momente ausschlaggebend waren, sein Leben in neue Bahnen zu lenken. Dann holt uns Gubser aus unseren Tagträumen. Es gilt die Netze einzuholen. Alles muss schnell gehen – wir kommen ins Schwitzen, routiniert wird der Fang von ihm sortiert. Nicht alles wird behalten. Zu kleine Fische oder geschützte Arten werden wieder dem See übergeben. Zufrieden mit dem heutigen Fang – Felchen und Egli in der richtigen Grösse – fahren wir zurück in Richtung Hafen. Wieder an Land müssen die Fische noch für die qualitätsbewussten Kunden vorbereitet werden. Das ist eine diffizile Arbeit und verlangt nach Technik, die uns Begleitern fehlt. Hier können wir nicht mehr helfen – unsere Arbeit ist getan.

Bei einem Kaffee in seinem Stammlokal erzählt uns Gubser, dass Medienleute und Fernsehteams mittlerweile vertraute Gäste auf seinem kleinen Boot sind. Berühmte Kunden wie Andreas Caminada sind nicht ganz unschuldig am Umstand, dass er das Medieninteresse auf sich zieht und immer mal wieder über den einzigen Berufsfischer vom Walensee berichtet wird.