Kathinka von Deichmann

Wir haben uns mit der besten Tennisspielerin Liechtensteins über Sport, Freude am Fahren und ihre sportlichen Ambitionen für die Zukunft unterhalten.

Frau von Deichmann, Sie sind Liechtensteins beste Tennisspielerin. Wie sind Sie zum Tennis gekommen? Waren Sie von Anfang an einfach ein Naturtalent?

Ich habe früher so ziemlich alles meinem grossen Bruder nachgemacht. Er hat angefangen Gitarre zu spielen, ich musste dann natürlich auch Gitarre spielen. Er hat angefangen, Tennis zu spielen, dann habe ich natürlich auch angefangen, Tennis zu spielen. Vom allerersten Moment, in dem ich einen Tennisschläger in der Hand hatte, wusste ich, dass ich eines Tages Tennisprofi werden möchte. Es gab für mich nie etwas anderes. Ich habe vor ein paar Monaten einen alten Zettel aus der Schulzeit gefunden, da war ich acht Jahre alt, und da wurden wir gefragt, was wir später gerne mal werden möchten. Bei mir stand drauf «Tennisprofi». Es gab für mich immer nur diesen einen Traum und den verfolge ich seither sehr intensiv.

Wie oft trainieren Sie und wo liegen Ihre sportlichen Ziele?

Ich trainiere pro Tag ca. fünf bis sechs Stunden. Diese Stunden pro Tag beinhalten so ziemlich alles. Um es sich ungefähr vorzustellen, wie so ein Tag aussieht, hier noch ein wenig detailliertere Angaben: drei Stunden Tennis, zwei Stunden Fitnesstraining und dann noch eine Stunde Physio und Regeneration. Meine Ziele sind ganz klar definiert. Der erste Schritt ist unter die Top 100 der Welt zu kommen. Ich war schon mal ganz nah dran – Nummer 153 – und weiss somit, was noch alles möglich ist. Wenn ich das geschafft habe, ist es natürlich das Ziel, im Ranking immer weiter nach vorne zu kommen. Ein absoluter Traum wäre, eines Tages das Grand-Slam-Turnier Wimbledon zu gewinnen.

Der Tennissport bringt es mit sich, dass Sie viel reisen. Welches ist Ihre liebste Destination – sportlich und privat?

Wir Tennisspieler sind extrem viel unterwegs. Unsere Saison ist sehr lange und geht von Januar bis November, und dann haben wir kurz ein paar Tage frei, bevor die neue Saisonvorbereitung wieder losgeht. Sportliche Lieblingsreiseziele sind natürlich die vier Städte, in denen die Grand-Slam-Turniere stattfinden, die sind schon richtig cool. Melbourne, Paris, London, New York. Was will man mehr? Privat muss ich ehrlich sagen, dass ich am allerliebsten einfach zu Hause bin. Ich geniesse jeden Tag extrem, den ich in Liechtenstein verbringen darf, und weiss es wirklich zu schätzen, in so einem schönen Land leben zu dürfen.

Wie reisen Sie am liebsten – Auto, Flugzeug, Schiff ...?

Diese Frage ist sehr leicht zu beantworten: Ich reise am liebsten mit dem Auto. Dann ist man total unabhängig. Es ist sowieso immer sehr schwierig, als Tennisspieler Flüge zu buchen, da wir nie wissen, wann wir bei einem Turnier fertig sind. Deshalb ist es mit einem Auto viel praktischer, und vor allem kann man so viele Sachen einpacken wie man möchte.

Wenn Sie mit dem Auto unterwegs sind, dann in Ihrem BMW M135i – warum dieses Fahrzeug?

Ich liebe meinen kleinen Flitzer. Auto fahren ist voll meins und ich interessiere mich auch sehr dafür. Da ich Sportlerin bin, liegt es ja fast auf der Hand, dass ich auch ein sportliches Auto am coolsten finde. Der M135i hat die perfekte Grösse für mich, sieht supersportlich und böse aus und fährt sich auf langen Strecken sehr angenehm. Genau das, was ich brauche und was ich am liebsten habe. Und wenn es dann mal auf den Berg hoch geht, macht es natürlich schon sehr viel Spass, wenn das Auto ein paar PS mehr unter der Haube hat.

Ihr BMW kommt von HEIDEGGER. BMW steht für Freude am Fahren und HEIDEGGER für «Herzblut» – wie erleben Sie dieses Engagement?

Ich wurde super bei HEIDEGGER aufgenommen und das ganze Team hat mich sehr herzlich empfangen. Herzblut ist das perfekte Stichwort. Ich merke so richtig das Engagement, welches von allen Mitgliedern der Garage kommt, und dieses Engagement und Herzblut versuche ich auch täglich in meinem Job zu verkörpern. Deshalb harmoniert das perfekt und ich bin sehr glücklich, Teil der BMW-Familie in Liechtenstein zu sein.

2018 haben Sie sich als bisher einzige Tennisspielerin aus Liechtenstein für die US Open qualifiziert – was ist Ihnen von diesem Turnier am meisten in Erinnerung geblieben?

Das erste Mal in einem Grand-Slam-Hauptfeld zu stehen ist ein Gefühl, dass man einfach nicht beschreiben kann. So viele Emotionen, so viel Adrenalin, es ist sehr schwierig, das in Worte zu fassen. Tagtäglich kämpfst du genau für solche Momente, für deinen Traum und deine Ziele. Diesen ersten Step gemacht zu haben, war einfach nur unvergesslich und hat natürlich die Lust auf mehr solche Momente nochmals unterstrichen. Und das als erste Liechtensteinerin überhaupt zu schaffen, war das Tüpfelchen auf dem i.

Welchen sportlichen Erfolg mussten Sie sich am meisten erkämpfen und welcher hat Sie am meisten gefreut?

Das war wie schon erwähnt ganz klar das Überstehen der Qualifikation bei den US Open in New York und somit das erste Mal in einem Grand-Slam-Hauptfeld zu stehen.

Wofür schlägt Ihr Herz, wenn Sie mal nicht Tennis spielen? Wo tanken Sie auf?

Ich bin sehr gerne in der Natur draussen. In unseren schönen Bergen lässt sich die Energie so richtig gut auftanken. Zeit mit der Familie zu verbringen und mit unserem Hund zu spielen ist für mich auch sehr wichtig. Ich habe ein super Umfeld und bin sehr dankbar, dass ich immer so toll unterstützt werde.

Haben Sie Pläne für die Zeit nach dem Tennis oder ist es für diese Gedanken noch zu früh?

Diese Frage ist für mich aktuell noch sehr weit weg. Ich habe noch vieles im Tennis vor und bin voller Tatendrang, diese Dinge zu erreichen. Deshalb habe ich mir noch nie gross Gedanken darüber gemacht, was ich einmal nach meiner Tenniskarriere machen möchte. Das mache ich dann, wenn es so weit ist. Aber erst einmal die Tenniswelt noch auf den Kopf stellen, und dann sehen wir weiter.